Der Präsident JOSÉ EDUARDO DOS SANTOS

tl_files/konsulat_website/images/bild_konsul_merkel.jpgJosé Eduardo dos Santos wird am 28. August 1942 in Luanda als Sohn des Eduardo Avelino dos Santos und der Jacinta José Paulino geboren, die bereits beide verstorben sind.

Er geht in dem Stadtviertel, in dem er wohnt, auf die Grundsschule und schließt am Gymnasium „Salvador Correia“ die Oberstufe ab. Seine politische Karriere startet er als er sich illegalen Gruppierungen anschließt, die sich im Zuge der Gründung der Partei MPLA (Volksbewegung für die Befreiung Angolas) am 10. Dezember 1956 in den suburbanen Wohngebieten der Hauptstadt bilden.

Nachdem der Kampf gegen die Kolonialbesetzung am 04. Februar 1961 einsetzt verlässt José Eduardo dos Santos im Alter von 19 Jahren im November desselben Jahres Angola und leitet vom Ausland aus die politische Aktivität der jungen MPLA, deren Mitgründer er ist. Zu diesem Zeitpunkt ist José Eduardo dos Santos der erste Vertreter der MPLA in Brazzaville/Kongo.

Im November 1963 erhält er ein Stipendium für die staatliche Erdölakademie in Baku (ehemalige Sowjetunion) und beendet im Juni 1969 das Studium zum Erdöl-Ingenieur. In dieser Zeit ist er auch Leiter der Angolanischen Studenten in der UDSSR.

Nach Abschluss seines Hochschulstudiums absolviert er eine einjährige Ausbildung im Bereich der militärischen Telekommunikation, die ihn dazu befähigt im Zeitraum von 1970 bis 1974 allmählich die Funktion des Leiters des Hauptzentrale für Kommunikation an der Nordfront und des stellvertretenden Verantwortlichen für Telekommunikationsdienstleistungen in der zweiten politisch-militärischen Region der MPLA (Cabinda) wahrzunehmen.

Im Jahre 1974 wird José Eduardo dos Santos Mitglied der Interim-Kommission für die Anpassung an der Nordfront und Finanzleiter der zweiten Region. Bis Juni 1975 fungiert er als Repräsentant der MPLA in Brazzaville.

Im September desselben Jahres wird er auf der Internationalen Konferenz der MPLA, die an der Ostfront stattfindet (Moxico), zum Mitglied des Zentralen Komitees und des Politischen Büros gewählt und übernimmt die Koordination der politischen und diplomatischen Aktivität in der zweiten Region.

In der unruhigen Zeit vor der Unabhängigkeit wird José Eduardo dos Santos im Juni 1975 zum Leiter der Abteilung für Außenangelegenheiten der MPLA erklärt, bemüht sich diese Abteilung erstmals in Luanda einzuführen und fördert eingehend die diplomatischen Beziehungen, weshalb er auch in verschiedene afrikanische Städte reist.

Nebenbei koordiniert er immer mehr die Abteilungen für Gesundheit der MPLA.

Mit dem Ausruf der Republik Angola am 11. November 1975 wird José Eduardo dos Santos zum Außenminister ernannt. Während der Ausübung dieses Mandats wird Angola nach langen diplomatischen Anstrengungen im Februar 1976 als volles Mitglied der Afrikanischen Union (AU) und im Dezember desselben Jahres auch als volles Mitglied der Vereinten Nationen (UN) anerkannt.

Beim ersten Kongress der MPLA im Dezember 1977 wird er erneut zum Mitglied des Zentralen Komitees und des Politischen Büros der MPLA-PT (PT = Arbeiterpartei) gewählt. Dies ermöglicht ihm im Zeitraum von 1977 bis 1979 zuerst die Funktion des Sekretärs des Zentralen Komitees für Bildung, Kultur und Sport wahrzunehmen und später als Sekretär des Zentralen Komitees für den nationalen Aufbau tätig zu werden. Später übernimmt er das Mandat des Sekretärs des Zentralen Komitees für wirtschaftliche Entwicklung und Planung.

Bis Dezember 1978 hält er auch das Amt des ersten stellvertretenden Premier Ministers inne bis er dann zum Planungsminister ernannt wird. 

Nach dem Tod von Dr. António Agostinho Neto, dem ersten Präsidenten Angolas, wird José Eduardo dos Santos am 20. September 1979 zum Vorsitzenden der MPLA gewählt. Bereits am darauf folgenden Tag wird er in die Amtsgeschäfte des Vorsitzenden der MPLA-PT, des Präsidenten der Volksrepublik Angola und des Oberbefehlshabers der FAPLA (Volksarmee der Befreiung Angolas) eingeführt.

Am 09. November 1980 wird er zum Präsidenten des Parlaments, dem höchsten Staatsorgan, gewählt und vom Ersten Außerordentlichen Kongress der MPLA-PT in allen seinen Ämtern bestätigt.

Unter der Führung von José Eduardo dos Santos konsolidieren sich allmählich die Staats- und Verteidigungsorgane und Angola übersteht nicht nur die militärische Aggression Südafrikas, sondern auch die interne Destabilisierung, die von bewaffneten Gruppierungen im Auftrag ausländischer Interessensgruppen ausgeht.

In der ersten Hälfte dieser 30 Jahre werden auch die ersten Anstrengungen hinsichtlich der Schaffung objektiver Bedingungen für die Einführung eingehender wirtschaftlicher und politischer Reformen unternommen, die von jungen Parteianhängern und Universitätsabsolventen der Fachbereiche für Ingenieurwesen, Recht und Wirtschaft tatkräftig unterstützt werden. Der Kriegszustand macht es möglich, dass diese Bedingungen schneller umgesetzt werden, der Zweite Kongress der MPLA-PT bewertet diese pragmatische Linie als positiv und bestätigt José Eduardo dos Santos in allen seinen Ämtern.
Zwischen 1986 und 1992 setzt sich José Eduardo dos Santos für die Sicherung des Friedens in Angola und der Region ein. Der Frieden führt zum Abzug der angreifenden südafrikanischen Truppen und des kubanischen Kontingents und fördert die Unabhängigkeit Namibias.

Nachdem die externen Faktoren, die zur Verschlechterung des nationalen Konfliktes beigetragen hatten beseitigt sind, setzt sich José Eduardo dos Santos für eine ausgehandelte Lösung ein, beschleunigt die Öffnung zum politischen Pluralismus und zur Marktwirtschaft und hält demokratische und mehrparteiische Wahlen ab, die am 29. und 30. September 1992 unter dem wachsamen Auge der internationalen Gemeinschaft stattfinden und bei denen die MPLA mit absoluter Mehrheit einen entscheidenden Sieg erringt. Nur knapp verliert José Eduardo dos Santos im ersten Wahlgang.

Während der schweren sich anschließenden Krise, die dadurch hervorgerufen wird, dass die Unita den Beschluss der Vereinten Nationen, die Wahlen seien „frei und fair“ verlaufen ablehnt, leitet José Eduardo dos Santos höchst persönlich die diplomatischen Bemühungen, die am 19. Mai 1993 zur Anerkennung der angolanischen Regierung seitens der USA führen, die Verteidigung der demokratischen Institutionen mit sich bringen und die bewaffnete Opposition dazu zwingen eine ausgehandelte Lösung des Konflikts anzunehmen, die auf dem Friedensabkommen von Lusaka von November 1994 gründet.